Weltladen Ditzingen, Münchinger Straße 3/1
>Weltladen Heimerdingen, Hindenburgstraße 8

Mitarbeitersuche

Wenn Sie Lust haben, sich in unserem Weltladenteam ehrenamtlich zu engagieren und damit den fairen, nachhaltigen Handel unterstützen wollen, freuen wir uns auf Sie! Kontaktieren Sie uns gerne während der Öffnungszeiten direkt im Weltladen in Ditzingen, Münchinger Str. 3-1, Telefon: 07156-4373273.

Informatives

Momentane Öffnungszeiten: 

Ditzingen

Dienstag, Mittwoch, Samstag: 9.00 - 12.30 Uhr
Donnerstag und Freitag: 9.00 - 18.00 Uhr (durchgängig)

Heimerdingen

Freitag: 10.00 – 12.00 Uhr, Samstag: 9.00 - 12.30 Uhr

Bericht aus dem aktuellen Ditzinger Anzeiger:


Mächtig unfair

Am 14. Mai 2022 ist Weltladentag. Der gemeinsame politische Aktionstag verbindet die Weltläden in ganz Deutschland und bildet, seit 1996, den alljährlichen Höhepunkt ihrer politischen Kampagnenarbeit. Er findet zeitgleich statt mit dem Internationalen Tag des Fairen Handels, dem World Fair Trade Day. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „MÄCHTIG unfair" und es wird damit auf die ungleichen Machtverhältnisse entlang globaler Lieferketten aufmerksam gemacht.

Es soll 2022 insbesondere die Absurdität von Dumping-Preisen thematisiert werden. Das Gesetz gegen unfaire Handelspraktiken sollte unbedingt nachgebessert werden und Unternehmen sollte es verboten sein, Preise unterhalb der Produktionskosten an ProduzentInnen zu zahlen.

Oft decken die Preise, die die ProduzentInnen für Kaffee, Kakao, Bananen oder auch Milch hier in Europa erhalten, nicht einmal die Produktionskosten. Von den niedrigen Preisen, die Supermarktketten zahlen, kommt oft nur wenig bei den ErzeugerInnen an.

Auf den Plantagen für Orangen, Tee etc. wird den PflückerInnen oft nur ein Hungerlohn für die schwere Arbeit bezahlt.

Durch die aktuell steigenden VerbraucherInnen-Preise merken wir auf dramatische Weise, wie wichtig existenzsichernde Einkommen und Löhne sind, sowohl in Deutschland wie auch weltweit..

Entlang globaler Lieferketten herrscht laut Weltladen-Dachverband und Forum Fairer Handel ein extremes Macht- und Verhandlungsungleichgewicht. Dies führt dazu, dass große Unternehmen gegenüber Lieferanten und Produzierenden niedrige Preise und unfaire Vertragskonditionen durchsetzen können. In der Regel profitieren die großen Unternehmen von den Gewinnen, während die ProduzentInnen um ihre Existenz kämpfen.

Die Fair-Handels-Bewegung setzt sich für eine rasche Nachbesserung des im Mai 2021 beschlossenen „Gesetzes zur Stärkung der Organisationen und Lieferketten im Agrarbereich" ein, welches die gravierendsten unlauteren Handelspraktiken verbietet. „Die Bundesregierung sollte schnellstmöglich ein Verbot von Preisen unterhalb der Produktionskosten in Deutschland einführen und sich für eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung entlang der Lieferkette einsetzen," fordert die politische Referentin beim Weltladen-Dachverband in Mainz. Fair wäre, dass jede/r von seiner Arbeit menschenwürdig leben kann.

Preise beim Fairen Handel entstehen im Dialog mit den ProduzentInnen. Es wird auf Augenhöhe verhandelt. Beispielhaft seien zwei Aussagen genannt. Thomas Hoyer von WeltPartner, Ravensburg sagt: „Es ist uns wichtig, dass wir den ErzeugerInnen immer Preise zahlen, die deutlich über der Kostendeckung der Herstellungs- und Erntekosten liegen." GEPA beschreibt die Transparenz der Preiskalkulation so: „Beim gesamten GEPA-Sortiment streben wir existenzsichernde Einkaufspreise als Grundlage für die Kalkulation an, um ein würdiges Auskommen für unsere HandelspartnerInnen zu erreichen." Wenn z,B, 20% über dem Weltmarktpreis (inkl. Bio- und Fairtrade-Prämie) gezahlt wird, so kann die Gemeinschaft bspw. in den Bau eines Krankenhauses und in schulische Bildung investieren.

Der Faire Handel fördert auch die Wertschöpfung vor Ort. D.h. es wird angestrebt immer mehr Schritte der Wertschöpfungskette im Ursprungsland zu belassen. Das schafft qualifizierte Arbeitsplätze und steigert die Gewinne im Land. Durch die Fertigung eigener Produkte werden neue Vermarktungswege vor Ort aufgebaut.
Mächtig unfair erscheint uns, mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die steigenden Preise, im Moment vieles. Umso wichtiger ist es uns als Weltladen weiterhin für globale Gerechtigkeit und die Menschenrechte einzusetzen.

Es grüßt Sie der Eine Welt Verein mit seinen Mitarbeiterinnen.